TOP MAGAZIN THÜRINGEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es gehört leider zum Alltag, dramatische und tragische Ereignisse zu sehen, zu hören oder zu lesen und sie bereits nach wenigen Tagen wieder zu vergessen. Trauer, Entrüstung und Bestürzung sind zumeist von kurzer Dauer. Dazu gehört die Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich in Erfurt durch einen üblen Taschenspieler-Trick aller Wahl-Beteiligten genauso wie die Todesschüsse auf die Synagoge in Halle und die eiskalten Morde in Hanau. Deshalb möchte ich dieses Mal und an dieser Stelle auf das übliche Editorial verzichten. Und Haltung zeigen bzw. zeigen lassen – durch Andreas Schmitt.

„Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ am 21. Februar 2020: Andreas Schmitt ist Karnevalist und hält im Mainzer Kurfürstlichen Schloss – verkleidet als Obermessdiener – diese bemerkenswerte und leidenschaftliche Büttenrede.

„ …Jeder Fußballverein, ich sage das gern, hat seine Seniorenmannschaft – die alten Herrn. Auch Parteien haben sowas. Ohne Tristess: Bei der AfD – denkt so mancher – wars die SS. Wie ich denen ihr Bundesreichsparteitag im Fernsehen betracht, da hätt Leni Riefenstahl auch noch ´nen Film draus gemacht.

Der Gauland im Hundeschlips für finstres Gewabre, da waren die ersten Köter schon an Tollwut gestorbe. So wie der aussieht, denkt der sich bestimmt, dass Messie wohl von Messiahs herkimmt. Demokratie beibringen denen Pommeranze? Eher lernste ´ne Wildsau Lambada tanze. Und in Interviews – fast bei einem jeden – hört mancher sich gern in Nazi-Rhetorik reden.

Ich hab eine Botschaft – ganz ohne Frag: Hört genau zu, ich kann das ach! Die Demokratie, die werden wir schützen, eure Gesinnung wird euch nix nützen. Unsere Kinder werden nicht mehr für euch erfrieren, auf keinem Schlachtfeld mehr krepieren. Und auch nicht kämpfen bis zuletzt, während ihr euch in den Führerbunker setzt.

Sie vor euch zu schützen, ist erste Bürgerpflicht. Mainz ist weltoffen, ihr nehmt uns die Freiheit nicht. Solltet ihr für jedes Nazi-Opfer eine Schweigeminute gestalten, müsstet ihr für 38 Jahr’ lang eure Schandmäuler halten. Es war millionenfacher Völkermord – ihr braunen Wichte – und kein Vogelschiss der deutschen Geschichte.

Die Morde von Hanau, die Schüsse auf die Synagoge in Halle – ob Juden, Christen, Muslime: Das war ein Angriff auf alle. Wir leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren. Dieses Land werdet ihr niemals regieren. …”

Dieses Land übrigens feiert in diesem Jahr 30 Jahre Einheit und damit auch drei Jahrzehnte Frieden und Freiheit. Daran erinnern in diesem Magazin viele Thüringer Protagonisten.

Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung mit Ihrem TOP THÜRINGEN.

Ihr

Peter Rüberg
Verleger

www.top-thüringen.de 

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